Eigentum

Um neue Stromleitungen oder Umspannanlagen bauen zu können, benötigen wir Fläche – egal, ob es sich um Freileitung oder Erdkabel handelt. Damit können eventuelle Nutzungseinschränkungen für die Eigentümer oder Pächter verbunden sein.

Welche Nutzungseinschränkungen löst eine Leitung aus?

Die von der Leitung betroffenen Flächen können meist wie bisher genutzt werden. Innerhalb eines technisch erforderlichen Schutzstreifens gelten für Eigentümer und Pächter einige Auflagen. Sie betreffen etwa die zukünftige Bebauung und die land- oder forstwirtschaftliche Nutzung. Verboten sind alle Maßnahmen und Arbeiten, die den Betrieb der Leitung gefährden könnten.

Freileitungstrasse Kabeltrasse
Vorhandene Gebäude bleiben erhalten (Bestandsschutz) Vorhandene Gebäude bleiben erhalten (Bestandsschutz)
Bauverbot, eine neue Bebauung ist in begründeten Einzelfällen bei Einhaltung der technischen und restlichen Bestimmungen möglich Generelles Bauverbot (Zugang für etwaige Reparaturen muss gewährleistet sein)
Kein Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern, die eine leitungsgefährdende Höhe erreichen können Kein Anpflanzen von tiefwurzelnden Sträuchern oder Bäumen

Werden Grundstückseigentümer oder Pächter entschädigt?

Der Gesetzgeber hat klar geregelt, dass Grundstückseigentümer und Pächter für die Inanspruchnahme der Grundstücke durch die Leitung finanziell zu entschädigen sind. Vor den individuellen Verhandlungen stimmen wir mit dem jeweiligen Landwirtschaftsverband für gewöhnlich Entschädigungspositionen und weitere vertragliche Regelungen in einem Rahmenvertrag ab. 

Mögliche Entschädigungspositionen sind:

  • Leitungsrecht im Grundbuch (Dienstbarkeit)
  • Bewirtschaftungserschwernisse und Nutzungsausfälle (zum Beispiel an Maststandorten, Schilderpfählen, Kabelmuffen, Kabelübergabestationen)
  • pauschale Aufwandsentschädigung
  • Flur- und Aufwuchsschäden, Mehraufwendungen während der Bauzeit (Durchschneidungsschäden) sowie Wiederherstellung der Flächen (sofern dies durch Eigentümer oder Pächter erfolgt)
  • ggf. entfallene EU-Prämien-Ansprüche
  • Folgeschäden (Ertragsausfälle in den Folgejahren)

Auf dieser Basis beginnen wir die Verhandlungen mit den einzelnen Grundstückseigentümern. In einem persönlichen Gespräch werden Vertreter von Amprion mit dem Eigentümer das Vorhaben besprechen und die vertraglichen Regelungen und Entschädigungspositionen erläutern. Danach legt Amprion einen Vertragsentwurf vor. Nach Vertragsabschluss werden die vereinbarten Rechte und Pflichten („Leitungsrechte“) im Grundbuch als sogenannte „beschränkt persönliche Dienstbarkeit“ eingetragen.

Die Höhe der Entschädigung ermitteln wir auf Grundlage der örtlichen Verkehrswerte. Für ihren persönlichen Aufwand erhalten die Eigentümer und Bewirtschafter eine Aufwandspauschale. Für eventuelle Flur-, Aufwuchs- und Folgeschäden sowie unter Umständen auftretende Mehraufwendungen während des Baus werden wir den Bewirtschafter ebenfalls finanziell entschädigen.

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