Gesundheit

Das magnetische und elektrische Feld

Die Frage wird immer wieder gestellt: Beeinflussen elektrische und magnetische Felder der Stromversorgung unsere Gesundheit?

Wo Strom fließt, entstehen magnetische und elektrische Felder: zeitlich unveränderliche Felder (Gleichfelder) bei Gleichstrom und zeitlich veränderliche Felder (Wechselfelder) bei Wechselstrom. Die Stärke der Felder hängt immer von den örtlichen Gegebenheiten ab: Die Höhe von Spannung und Stromstärke spielt ebenso eine Rolle wie etwa die Höhe der Leiterseile und Masten oder die Anzahl der Stromkreise auf dem Mast. Am stärksten sind die Felder stets in der Mitte zwischen zwei Masten, weil dort die Leiterseile den geringsten Abstand zum Boden haben. Je weiter man sich von der Trasse entfernt, desto geringer werden die Feldstärken.

Magnetische und elektrische Felder treten nicht nur in der Nähe von Stromleitungen auf, sie gehören zu unserem Alltag. Bei allen elektrischen Geräten treten Felder auf, zum Beispiel bei Herden, Bohrmaschinen oder Halogenlampen. Zudem gibt es ein natürliches elektrisches und magnetisches Gleichfeld der Erde. Das Magnetfeld der Erde erkennt man unter anderem daran, dass es einen Kompass ausrichtet. Natürliche elektrische Gleichfelder entstehen beispielsweise zwischen verschiedenen Luftschichten oder bei Gewittern.

Wie sich diese Felder auf Menschen auswirken, untersuchen Wissenschaftler schon seit Langem. Auch wir beobachten sorgfältig die Ergebnisse von Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der niederfrequenten 50-Hertz-Felder. Bislang konnten sie aber keinen Zusammenhang zwischen elektrischen oder magnetischen Feldern im Bereich von Energieversorgungsanlagen und einer Beeinträchtigung der Gesundheit nachweisen. Differenzierte Grenzwerte für diese Felder, letztmals bestätigt in der Neufassung im Jahr 2013, sind in der 26. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (26. BImSchV) festgelegt: So beträgt der Grenzwert 500 Mikrotesla für magnetische Gleichfelder, 100 Mikrotesla für magnetische Wechselfelder und 5 kV pro Meter für elektrische Wechselfelder der Netzfrequenz 50 Hertz.

Keine konkreten Grenzwerte gibt es für elektrische Gleichfelder und für Ionenkonzentrationen im Bereich von Freileitungen. Ionen sind elektrisch geladene Teilchen, die durch das elektrische Feld um die Leiterseile entstehen. Etwaige durch das Zusammenspiel von Ionen und elektrischem Feld verursachte erhebliche Belästigungen müssen jedoch gemäß der 26. BImSchV vermieden werden.

Die magnetischen und elektrischen Felder von Gleich- und Wechselstromleitungen, wie sie beispielsweise bei unserem Projekt Ultranet auf einem Mast geführt werden, müssen getrennt betrachtet werden. Dies liegt unter anderem daran, dass die Wirkung von Gleich- und Wechselfeldern unterschiedlich ist. Was wir durch Labor- und Feldversuche schon vor Inbetriebnahme von Ultranet wissen: Sowohl die Stärke des magnetischen Gleichfeldes als auch die des magnetischen Wechselfeldes wird die jeweiligen Grenzwerte der 26. BImSchV deutlich unterschreiten.

Elektrische und magnetische Felder (EMF) an einer Freileitung

Die Geräusche

Wo Energie übertragen wird, können Geräusche entstehen. Sie haben verschiedene Ursachen. An den Leiterseilen treten manchmal Vibrationen und Windgeräusche auf – Letzteres gilt auch für die Masten. Außerdem kann es durch die hohen Feldstärken um die Leiterseile zu elektrischen Entladungen kommen, die eine Ionisation der Luft bewirken. Dieser sogenannte Koronaeffekt macht sich als Knistern und Brummen bemerkbar und kann hauptsächlich bei regnerischem Wetter oder Nebel zu hören sein.

Geräusche verursacht im Bereich der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) auch der Konverter. Sie gehen von Transformatoren und Lüftern aus. Die Geräusche technischer Komponenten wie Leistungselektronik, Transformatoren und Kühlanlagen werden wir durch bauliche Maßnahmen so begrenzen, dass in der angrenzenden Wohnbebauung keine zusätzliche Lärmbelastung auftritt.

Unsere Höchstspannungsschalt- und -umspannanlagen projektieren, errichten und betreiben wir so, dass störende Geräuschimmissionen vermieden und die zulässigen Immissionsrichtwerte eingehalten werden. Das Hauptgeräusch kommt hier von den Transformatoren und in Einzelfällen eventuell durch Schaltgeräte, wobei es aber in letzterem Fall – der geringen Schalthäufigkeit wegen – in der Regel nicht als störend empfunden wird.

Wir beschaffen grundsätzlich nur Transformatoren, die jeweils dem aktuellen Stand der Technik sowie der geräuschärmsten Ausführung entsprechen.

Beim Einsatz einer absorbierenden Schirmwand kann man, je nach Abstand zwischen Transformator und Immissionsort, eine Pegelminderung bis zu 12 dB(A) (in der unmittelbaren Umgebung) erreichen. Eine Pegelminderung um 10 dB entspricht etwa einer Halbierung der subjektiv empfundenen Lautstärke.

Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie auf den Seiten des 

Bundesamtes für Strahlenschutz.

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