Planungs- & Trassierungsgrundsätze

Trassenplanung

Wenn wir eine Leitung oder eine Umspannanlage erweitern oder neu planen, ist uns eines wichtig: Der Bau und der spätere Betrieb sollen Mensch und Natur möglichst wenig belasten. Deshalb prüfen wir zunächst, ob es überhaupt notwendig ist, neu zu bauen. In vielen Fällen kann eine vorhandene Leitung oder Anlage optimiert oder verstärkt werden. So schreibt es auch der Gesetzgeber im NOVA-Prinzip (Netz-Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau) fest.

Falls wir eine neue Stromverbindung brauchen, prüfen wir in jedem Projekt verschiedene Trassenführungen und technische Optionen.

Bei der Ermittlung möglicher Leitungskorridore für Freileitungen und Erdkabel orientieren wir uns an folgenden Grundsätzen:

  1. Wo es machbar ist, nutzen wir für einen Neubau schon bestehende Trassenräume – auch um private Grundstücke zu schonen.
  2. Wenn möglich, bündeln wir eine neue Verbindung mit linearer Infrastruktur wie anderen Stromleitungen, Eisenbahntrassen oder Straßen.
  3. Der Abstand zu Siedlungen und Einzelwohngebäuden soll möglichst groß sein.
  4. Wohnhausüberspannungen wollen wir vermeiden. Ausnahmen können sich bei fehlenden Alternativen ergeben, wie in bestehenden Trassenräumen in besiedelten Gebieten, oder bei naturschutzrechtlichen Restriktionen.
  5. Auf Flächen, die einen hohen Wert für den Naturhaushalt, das Landschaftsbild oder die Erholung haben, wollen wir möglichst nicht zurückgreifen.
  6. Die Nutzungseinschränkungen für die Landwirtschaft wollen wir so gering wie möglich halten.
  7. Auf kommunale und fachliche Entwicklungsplanungen, wie Bebauungs- oder Landschaftspläne, auch fortgeschrittene Entwurfsfassungen, nehmen wir Rücksicht.

Nicht immer lassen sich alle Grundsätze idealtypisch umsetzen. Mit Konflikten, wie Anwohnerinteressen oder Naturschutzbelangen, gehen wir lösungsorientiert um – zugunsten des Gemeinwohls. Auch deshalb bleiben Leitungstrassierungen immer Einzelfallentscheidungen. Eine Patentlösung, wie unsere Planer mit konkurrierenden Belangen umgehen, gibt es nicht. Die Entscheidung, wie die konkrete Trasse letztendlich verlaufen wird, liegt bei der jeweils zuständigen Behörde.

Planungsgrundsätze für die Planung des deutschen Übertragungsnetzes

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