Ultranet-Konverter

Konverter Konverterstation Ultranet

Ultranet weist eine Besonderheit auf: Wir wollen für diese neue HGÜ-Verbindung bestehende Wechselstromtrassen nutzen und nur wenige neue Strommasten bauen. Aus unserer Sicht eine elegante Lösung. Denn so nutzen wir unsere Anlagen noch effizienter. Zwei Neubauten sind jedoch unverzichtbar: Konverterstationen, die am Start- und Endpunkt von Ultranet Gleich- in Wechselstrom wandeln und umgekehrt.  Als sogenannten Netzverknüpfungspunkt schreibt das Bundesbedarfsplangesetz im Amprion-Netzgebiet die Umspannanlage Osterath fest. Der Konverter kann auch zehn Kilometer oder mehr von diesem festgelegten Punkt entfernt entstehen.

Genehmigungsverfahren

Das erste  Genehmigungsverfahren für Ultranet, die Bundesfachplanung, wird noch keinen konkreten Standort für den Konverter benennen. Stattdessen werden zunächst die Untersuchungsräume mit grundsätzlich möglichen Standortalternativen und der Trassenkorridor für den Anschluss an den Netzverknüpfungspunkt festgelegt. Endgültig entscheiden wird die Bundesnetzagentur erst im Planfeststellungsverfahren über den Konverterstandort.

Technologiepartner für den Konverter

Amprion und TransnetBW haben Siemens im Oktober 2015 mit der Planung und dem Bau der Konverteranlagen für Ultranet beauftragt. Die Vergabe zu diesem frühen Zeitpunkt war erforderlich, um sicherzustellen, dass die umfassenden Planunterlagen für die Genehmigungsverfahren rechtzeitig vorbereitet werden können. Für die Verfahren und den Bau der Anlagen rechnen wir insgesamt mit vier bis fünf Jahren. Viele Fragen von Anwohnern in der Vergangenheit konnten wir noch nicht beantworten, weil sie sich auf die technische Detailplanung des Herstellers beziehen, die erst mit der Beauftragung begonnen hat. Der Konverter wird nun zunehmend Gestalt annehmen, zum Beispiel in Form von vermaßten Anlagenplänen.

Konverterstandortsuche

Zum Konverter in der Region Osterath haben wir bereits erste Gespräche geführt, nachdem Ultranet 2012 in den Netzentwicklungsplan Strom und später in das Bundesbedarfsplangesetz aufgenommen wurde. Seitdem haben wir das Verfahren für die Standortsuche fortgeführt: Mit Landkreisen und Kommunen haben wir gemeinsam Kriterien entwickelt, Informationen gesammelt und auf dieser Basis Alternativen abgewogen – transparent und nachvollziehbar. Als wichtigstes Kriterium für die Standortbewertung kristallisierte sich der Abstand zur Wohnbebauung heraus. Den Dialog mit den Bürgern dazu werden wir fortsetzen.

Ergebnis: Dreiecksfläche Kaarst ist Favorit

Das gutachterliche Ergebnis zeigt, dass die Dreiecksfläche in Kaarst und der Standortbereich an der bestehenden Anlage in Gohr (Rommerskirchen/Dormagen) gleichwertig für den Bau eines Konverters geeignet sind. Nach der Bewertung des Gutachtens ist die Kaarster Dreiecksfläche unser Favorit, da der Standortbereich mit Abstand die größte Entfernung zur geschlossenen Wohnbebauung (1.300 Meter) aufweist. Alle anderen Standortbereiche werden wir nicht weiter betrachten.

Als Vorhabenträger werden wir die nötigen Schritte unternehmen, um eine Umwidmung der Kaarster Dreiecksfläche zu erreichen. Dazu zählt eine entsprechende Stellungnahme im laufenden Verfahren zur Änderung des Regionalplans (Zieländerung), aber auch die gutachterliche Vorbereitung eines Zielabweichungsverfahrens. Hier muss der Nachweis erbracht werden, dass die Abweichung unter raumordnerischen Gesichtspunkten vertretbar ist und die Grundzüge der Regionalplanung nicht berührt werden. Sollte nicht schon vorher eine Zieländerung im Regionalplan erfolgt sein, kann alternativ im Zuge des Planfeststellungsverfahrens ein Zielabweichungsverfahren erfolgen.

Ausblick: Der Bau des Konverters

Die Anlage im Streckenabschnitt von Amprion soll im Umfeld des Netzverknüpfungspunkts Osterath im Rhein-Kreis Neuss gebaut werden. Weil wir die Höhe der Hallen unter 20 Metern halten wollen, werden wir eine Grundfläche von knapp 100.000 Quadratmetern benötigen. Darauf errichten wir die Umrichter-Gebäude sowie die Gleich- und Wechselstrom-Schaltanlage, über die der Umrichter mit der Gleichstrom-Leitung in Richtung Süden verbunden wird. Auch die im zweiten Schritt geplante Stromverbindung A-Nord  soll hier bis 2025 angeschlossen werden. Der Bau der gesamten Konverteranlage wird etwa zwei Jahre dauern. In dieser Zeit fahren auch einige Schwertransporte zur Baustelle, zum Beispiel für die Transformatoren. Bau und Transporte werden wir mit möglichst wenigen Belästigungen für die Anrainer durchführen.

Material zum Download

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