Erdkabel

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Freileitungen sind heute weltweit der Standard in den Übertragungsnetzen. Von vielen tausend Kilometern Höchstspannungsleitungen in Europa ist bislang nur ein Bruchteil verkabelt. 380.000-Volt-Kabelstrecken sind technisch aufwendiger und noch liegen keine belastbaren Betriebserfahrungen vor, wie sicher und zuverlässig diese Technologie ist.

Der Gesetzgeber ermöglicht daher den Übertragungsnetzbetreibern auf Grundlage des Energieleitungsausbaugesetzes (EnLAG), auf bestimmten vorgegebenen Pilotstrecken Erfahrungen mit Teilverkabelungen in der Höchstspannung zu gewinnen.

Wie sind Erdkabel im Wesentlichen aufgebaut? Im Inneren liegt der spannungsführende elektrische Leiter, der im Höchstspannungsbereich in der Regel aus Kupfer besteht. Ihn umgibt eine isolierende Schicht aus Kunststoff (vernetztes Polyethylen, VPE). Zur Abschirmung und Steuerung des elektrischen Feldes und zur Ableitung von Fehlerströmen dient ein äußerer Drahtschirm aus Kupfer. Der Kabelmantel aus Aluminium und Kunststoff schützt das Kabel vor Feuchtigkeit.

Im ersten 380-kV-Kabelpilotprojekt nach dem Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG), 2014 in der Gemeinde Raesfeld im Münsterland realisiert, wurden die Kabel in Kunststoffrohre eingezogen, die in einem besonderen Bettungsmaterial, dem sogenannten Flüssigboden, verlegt sind. Dieses Bettungsmaterial weist einerseits eine gute Wärmeleitfähigkeit auf, andererseits steht einer landwirtschaftlichen Nutzung nichts im Wege.

Eine Erdkabeltrasse kann je nach Übertragungsleistung eine Breite von bis zu 25 Metern haben, während der Arbeiten beträgt die Baubedarfsfläche sogar über 40 Meter. In Raesfeld wurden zwölf parallele Einzelleiter auf einer Länge von 3,4 Kilometern verlegt.

Erdkabel: So sind sie Aufgebaut

Die einzelnen Teilstücke eines Erdkabels an Land haben eine Länge von ca. einem Kilometer, in Einzelfällen auch etwas mehr. Diese werden auf Kabeltrommeln geliefert, die einen Durchmesser von über vier Metern und ein Gewicht von über 50 Tonnen haben können. Um diese Stücke miteinander zu verbinden, kommen sogenannte Muffen zum Einsatz. Zusätzlich werden für die Verbindung von Erdkabeln mit den Freileitungen Kabelübergabestationen gebraucht. Sie sehen wie kleine Umspannwerke aus und nehmen in der Regel die Grundfläche eines Fußballfeldes ein.

Das Video zeigt die Erdkabel-Baustelle in Raesfeld im Sommer 2014.

Virtuelle Erdkabel-Ausstellung

Im Sommer 2014 hat Amprion parallel zum Erdkabel-Pilotprojekt eine Ausstellung im Naturpark Hohe Mark in Raesfeld eröffnet, die umfassend über die Erdverkabelung im Höchstspannungsbereich informiert. Seither haben mehrere tausend Menschen die Ausstellung besucht, allein am Tag der offenen Baustelle im September 2014 waren es über 2000. Die Bauarbeiten an der Erdkabelstrecke stehen nun kurz vor dem Abschluss – aber unser Pilotprojekt noch lange nicht. Wir werden nun die Kabelübergabestationen fertigstellen und die Freileitungen mit dem Kabelsystem verbinden. Zudem prüfen unsere Naturschutzgutachter weiterhin den Fortschritt unser Rekultivierungsmaßnahmen.

Besuchen Sie unsere Ausstellung live in Raesfeld und lassen Sie sich dabei auch von dem Flair der Gemeinde beeindrucken (www.gemeinde-raesfeld.de). Unsere Ausstellung befindet sich im Naturparkhaus-Besucherzentrum, Hagenwiese 40, 46348 Raesfeld

Wir haben die Ausstellung aber auch für Sie als 360-Grad-Panoramatour digitalisiert. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Treten Sie ein und schauen Sie sich gern um!

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