Gleichstrom

Grundsätzlich kommen bei der Energieübertragung zwei Stromarten zum Einsatz: Die Stromstärke und -richtung können konstant sein – dann sprechen Physiker und Techniker von Gleichstrom (engl. direct current, kurz DC). Oder sie können ihre Polarität zwischen Plus und Minus periodisch wechseln, dann ist von Wechselstrom die Rede (engl. alternating current, kurz AC).

Wir betreiben unser Höchstspannungsnetz bisher mit Wechselstrom, denn die Höhe der Spannung können wir bei dieser Stromart einfach und effizient ändern.

Je höher die Spannung bei der Übertragung ist, desto geringer sind die elektrischen Übertragungsverluste. Dafür entstehen jedoch bei der Übertragung und der Transformation in eine andere Spannungsebene Leistungsverluste.

Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Technik

Für bestimmte Transportaufgaben kommt jedoch künftig die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Technik (HGÜ) zum Einsatz. So können sehr hohe Leistungen über lange Distanzen verlustarm übertragen werden und kann der Stromfluss gezielt an den tatsächlichen Strombedarf angepasst werden.

Zudem können wir mithilfe dieser Technologie die Menge und Flussrichtung des Stroms präzise steuern sowie Übertragungsverluste verringern. Allerdings werden an den Enden solcher Leitungen Konverter benötigt, die Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln und umgekehrt.

Mitte des letzten Jahrhunderts entstanden die ersten Pionieranlagen in der HGÜ-Technologie. Die nachfolgenden Entwicklungsschritte (höhere Spannungen und Leistungen) führten zu den heute existierenden zahlreichen HGÜ-Strecken schwerpunktmäßig in Nord- und Südamerika sowie Asien. In Deutschland gibt es bislang nur vereinzelte Gleichstromleitungen, die zum Anschluss von Seekabelverbindungen in Richtung Skandinavien und neuerdings zur Anbindung von Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee dienen.

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