Planungsstand Reutlingen - Herbertingen

Das Genehmigungsverfahren

Für die Genehmigung des Projektes war das Regierungspräsidium (RP) Tübingen zuständig. Das Genehmigungsverfahren besteht normalerweise aus einem Raumordnungsverfahren (ROV) und dem eigentlichen Planfeststellungsverfahren (PFV). Bei diesem Projekt hat das RP Tübingen 2014 entschieden, dass kein separates Raumordnungsverfahren erforderlich ist, da die neue Leitung weitestgehend in vorhandenen Trassenräumen erfolgen soll.

Die Raumverträglichkeit des Projekts ist stattdessen im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens beurteilt worden, das wir im November 2016 beantragt hatten. Unser Ziel war es, die bürgerfreundlichste sowie ökonomisch und ökologisch nachhaltigste Variante zu finden und zu beantragen.


Symbolische Übergabe der Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren

Symbolische Übergabe im Regierungspräsidium Tübingen: Dr. Tobias Schneider, Leiter der Abteilung für Wirtschaft, Raumordnung, Bau-, Denkmal- und Gesundheitswesen empfängt die Amprion-Mitarbeiter Ulrich Mußmann und Jörg Weber. Tatsächlich umfassen die Unterlagen für den Planfeststellungsantrag 13 Ordner.

Bereits im Vorfeld des Genehmigungsverfahrens haben wir in verschiedenen Bürgersprechstunden und mit dem Amprion-Infomobil über das Projekt und die Trassenplanung informiert. Nach nur 13 Monaten hat dann das Regierungspräsidium Tübingen im Dezember 2017 den Planfeststellungsbeschluss, also die Baugenehmigung für den Ersatzneubau, erlassen. Der Beschluss ist dann in den Rathäusern entlang der Trasse und online beim RP Tübingen öffentlich ausgelegt worden. Eine Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ist nicht erhoben worden, somit ist der Beschluss Ende Februar 2018 rechtskräftig geworden.

Die Bauarbeiten

Die Bagger rollen seit Ende November 2018. Das Amprion-Vorhaben ist mit 61 Kilometern Länge die derzeit größte Energiewendebaustelle im Land Baden-Württemberg. Die Planzahlen sind beachtlich: In zweieinhalb Jahren werden auf der Trasse über 11.000 Tonnen Stahl, ebenso tausende Tonnen Fundament-Beton und rund 1500 Kilometer Aluminium-Leiterseil verbaut. Amprion-Projektleiter Klaus Ludwig: „Drei Leitungsbaufirmen werden gleichzeitig in sechs verschiedenen Baulosen arbeiten. Die meisten Bauarbeiten finden in den warmen Monaten statt, weil wir die Leitungen jeweils im Winter wieder in Betrieb nehmen müssen.“

Zwiefaltens Bürgermeister Matthias Henne (v.r.), Dr. Christoph Gehlen als Leiter Leitungsbau bei Amprion, Regierungsvizepräsident Dr. Utz Remlinger vom RP Tübingen, Riedlingens Vizebürgermeister Manfred Birkle, Kreislandwirt und Gastgeber Gebhard Aierstock sowie Bürgermeister Magnus Hoppe aus Herbertingen setzten im November 2018 den ersten Spatenstich.

Für den ersten Spatenstich mit Regierungsvizepräsident Dr. Utz Remlinger vom RP Tübingen ist ganz bewusst der Standort in Zwiefalten-Sonderbuch ausgewählt worden. Dr. Christoph Gehlen, Leiter Leitungsbau bei Amprion: „Hier in Sonderbuch ist uns die Besonderheit gelungen, durch die Vermittlung von Bürgermeister Matthias Henne einhundert Prozent Zustimmung für den Leitungsbau und damit für eine neue Umfahrung um den Ort zu erreichen.“

Zwiefaltens ehemaliger Bürgermeister Matthias Henne ergänzt: „Mit ihrer offenen und transparenten Projektkommunikation haben Sie die Menschen in der Region bei diesem Vorhaben von Beginn an mitgenommen und frühzeitig beteiligt.“ Und auch Regierungsvizepräsident Dr. Utz Remlinger bestätigt: „Sie haben viele Hinweise bereits im Vorfeld geprüft und in das Verfahren mit aufgenommen. Dadurch haben Sie quasi selbst den Grundstein für diesen erfolgreichen Projektverlauf gelegt.“